Programmentwurf der Linken Liste für die HS-Wahlen 2011

Am 20.04.2011 wird sich 19 Uhr im Sitzungszimmer (Mel, Universitätsplatz) die offene Linke Liste ein Wahlprogramm für die Hochschulwahl am 18. Mai. geben. Wenn du auch auf dieser Liste kandidieren willst, dann schau doch vorbei.
Damit du einen Eindruck bekommst, was in dem Programm stehen könnte, haben wir einen ersten Entwurf veröffentlicht, der am 20.04. zur Diskussion gestellt wird.

Wir fordern, :

1 Studierendeninteressen und Studiumsregelungen
- eine bessere Integration der Studierendeninteressen in die Lehrinhalte und damit mehr Wahlmöglichkeiten im Studium
- die Anzahl von Prüfungsleistungen zu reduzieren
- die Abschaffung der Anwesenheitspflicht und –listen
- längere Öffnungszeiten für Bibliotheken – die MitarbeiterInnen, die die längeren Zeiten ermöglichen sollen einen Mindestlohn von 10 € pro Stunde erhalten – egal ob Wachschutz oder Studierende
- mehr direkte Mitbestimmung im Senat und den Fakultätsrätenund durch paritätische Besetzung mit VertreterInnen der Studierenden, ProfessorInnen, akademischen Mittelbaus und der Angestellten
- die Privatisierungen des Universitätsbetriebes (z. B. Privatisierung der Universitätsklinika), gegebenfalls zu unterbinden und in Zukunft generell zu unterlassen
- eine gesicherte Ausfinanzierung der Hochschulen im Lande, um den Wettbewerb um finanzielle Mittel zwischen ihnen sofort zu unterbinden
- dass in Sachsen-Anhalt jegliche Art bestehender Studiengebühren abgeschafft wird und keine neuen erhoben werden
- den Ausbau des Sprach- und Erhalt des Sport- und Kulturangebotes an der Universität
- mehr Zeit für die persönliche Entwicklung und gesellschaftliches Engagement (z. B. freie Nachmittage für Gremienarbeit)
- die Abschaffung der Regelstudienzeiten
- selbstverwaltete Räume und Möglichkeiten zum Selbststudium und für Gremienarbeit
- dass jedeR BachelorabsolventIn die Möglichkeit geboten werden muss, einen Masterstudienplatz zu erhalten
- einen Bestandsschutz für die alten Studiengänge

2 Arbeit und ArbeitnehmerInneninteressen
- keine Verträge für universitäre Stellen an Leiharbeitsfirmen zu vergeben
- ein Verbot prekärer Beschäftigungsverhältnisse an der Universität inkl. der Durchsetzung
eines allgemeinen verbindlichen Mindestlohns von 10 € pro Stunde für Wachschutz, Studierende und Reinigungskräfte
- den strukturellen Ausbau regulärer Beschäftigungsverhältnisse und damit auch die Schaffung von Dauerstellen, besonders für den Unter- und Mittelbau (wiss. MitarbeiterInnen, DoktorandInnen und Habilitierende), um ein angemessenes Betreuungsverhältnis von Studierenden und MitarbeiterInnen zu ermöglichen
- die Wahrung der Einheit von Forschung und Lehre (z. B. keine reinen Lehrauftragsstellen)

3 Antimilitarismus
- eine Zivilklausel in die Grundordnung der MLU aufzunehmen, um jegliche Rüstungsforschung an der Universität zu unterbinden
- dass keine Lehrveranstaltungen, DozentInnen oder gar Institute durch Rüstungs- bzw. Waffenkonzerne oder die Bundeswehr bzw. sonstige Armeen finanziert werden
- die Unterlassung von Geschichtsrevisionismus und Verharmlosung von Krieg und Genozid
- das Verbot der Bereitstellung von Räumlichkeiten, Infoständen u. ä. für militärische und paramilitärische Organisationen

4 Gleichstellung an der Universität
- eine gezielte Einstellung von Professorinnen, wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und weiblichen studentischen Hilfskräften
- eine verstärkte Forschungsförderung für Doktorandinnen und weibliche Habilitierende
- eine Frauenquote in allen Hochschulgremien
- die Förderung der Vereinbarkeit von Studium und Familie
- stärkeren Ausbau der Barrierefreiheit

5 Ökologie
- Fair Trade- und Bio-Produkte vermehrt anzubieten, sowohl bei den Speisen als auch bei den Getränken, z. B. Kaffee (auch aus Automaten)
- den Ausbau regenerativer Energien an der MLU zur Bereitstellung von Strom, Warmwasser und zur Klimatisierung der Universitätsgebäude, sowie die Passivhausbauweise für neue Gebäude (z. B. für das Geisteswissenschaftliche Zentrum)
- langfristig den Ausbau der MLU zu einer CO2-freien Universität
- die Schaffung von Fahrradausleihstellen, um die umweltfreundliche Mobilität der Studierenden zu erhöhen – Ausleihe gegen geringen Pfand
- die Schaffung einer MDV-Option für das Semesterticket, welche jedoch weiterhin bezahlbar bleibt

6 Antifaschistischer und antirassistischer Grundkonsens
- Antifaschismus und ein demokratisches und tolerantes Denken zu stärken, sowie Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art zu bekämpfen
- das Verbot von Kooperationen mit Burschenschaften im universitären Raum

7 Internationale Beziehungen sozial gestalten
- eine stärkere Unterstützung Ausbau von Integrationsprogrammen für ausländische Studierende, z. B. des ERASMUS-Programms
- die Beendigung der Segregation von ausländischen Studierenden (z. B. in Studierendenwohnheimen)
- die Neubelebung des AK Internationale Studierende beim StuRa
- die Ausweitung internationaler Beziehungen und Partnerschaften auch in strukturschwache Länder der Dritten Welt
- die Verbesserung des internationalen Austauschs von Wissenschaft und Kultur

Kommentare

  1. Die Forderung: "- die Unterlassung von Geschichtsrevisionismus und Verharmlosung von Krieg und Genozid" klingt so als würde derartiges an der MLU bereits stattfinden...gibt es beispiele dafür?

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Maulkorb für die Methode Wagenknecht - Zurück zur Basisdemokratie

Fundstück zur 38. Kalenderwoche: Umweltzone Halle - eine von vielen Maßnahmen

Mahnmal für die gefallenen Zivilist*Innen und kurdischen Freiheitskämpfer*Innen in Rojava