Rückblick 1. Mai 2026
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Am 1. Mai sind auch in Halle zurecht hunderte Menschen auf die Straße gegangen und haben für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und gegen Kürzungen im Sozialbereich bzw. Angriffe auf die Rechte der Arbeiter*innen demonstriert.
Gleichzeitig
ist es relevant, die Entstehung des Kampftags der Arbeiter*innenklasse
zu betonen: Beim Chicagoer Haymarket Riot von 1886, auf dem der Tag
basiert, ging es um die Verkürzung der Arbeitszeit und auch um eine
selbstbestimmte Gesellschaft. Die Forderungen waren sowohl revolutionär
als auch so konkret, dass sie ca. 40 Jahre später in Deutschland
schließlich zur Abwehr revolutionären Drucks vom Kapital zugestanden
wurde. Es war ein Fehler der damaligen Gewerkschaften, dieses
Zugeständnis anzunehmen, aber es ist ein Verdienst der Chicagoer
Arbeiter*innen, dass diese Forderung so dominant war und schließlich
reelle Verbesserungen zum Ergebnis hatte.
Die
später für die angebliche Gewalt der Arbeiter*innen verantwortlich
gemachten und vom Staat ermordeten George Engel, August Spies, Adolph
Fischer und Albert Parsons waren revolutionäre Anarchist*innen, die
weder Reformforderungen losgelöst von der Perspektive der befreiten
Gesellschaft stellten noch sich in abstrakte Kämpfe für den Weltfrieden
oder für Ziele flüchteten, die völlig außerhalb ihrer Reichweite lagen.
Die
organisierten Arbeiter*innen gingen von sich aus und versuchen so
konkret wie revolutionär ihre eigene Lage zu verbessern. Auch heute sind
die Selbstverwaltung der Betriebe und die Reduzierung der Arbeitszeit
dafür zwei radikale, konkrete und zu erkämpfende Forderungen, die
anstelle von Appellen an die Regierenden, die Arbeiter*innen dieses Mal
doch bitte nicht zu verarschen, oder anstelle von
Weltrevolutions-Reanactment deutlich stärker in den Mittelpunkt rücken
sollten.
In
diesem Sinne: Für weniger Arbeit, mehr Demokratie auf jeder Ebene und
für das Andenken der Revolutionär*innen von 1886, die von reaktionären
Kräften ermordet wurden!
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