Fundstück der 38. Kalenderwoche

(ag) „Don’t mourn. ORGANIZE!“ Unter diesem Motto stand die diesjährige Herbstakademie des SDS. Nachdem mensch sich letztes Jahr in der Metropole Berlin getroffen hatte, hatten die OrganisatorInnen dieses Mal den höchsten Berg Hessens als Tagungsort ausgewählt. Knapp 70 Genossinnen und Genossen trafen sich auf der Wasserkuppe bei Fulda, um 4 Tage lang über Fragen und Perspektiven sozialistischer Organisation in der heutigen Gesellschaft zu diskutieren.
„Das wird hart!“, dachten wohl viele beim Blick auf das voll gepackte Programm,
dass von morgens um 10 bis abends halb 11 Lektüreworkshops, Arbeitsphasen und Podiumsdiskussionen vorsah. Doch schnell war klar, dass die Zeit bei weitem nicht ausreichte, um all die spannenden Texte und Themen ausführlich zu bearbeiten. Nicht selten wurde eine hitzige Diskussion durch das Küchenpersonal beendet, welches vehement darauf drängte die Essenszeiten einzuhalten.
Auf dem Plan standen unter anderem Marx’ „Kritik des Gothaer Programm“, „Sozialreform oder Revolution?“ von Luxemburg oder Auszüge aus Texten von Gramsci und Holloway zu Organisationstheorien. Diese wurden zuerst in einem kleinen Input-Referat vorgestellt. Danach teilten sich die TeilnehmerInnen in Kleingruppen von ca. 8-10 Leuten auf, um Fragen und interessante Textpassagen zu diskutieren.
Weiterhin stellten sich die Bundesarbeitskreise (BAK) des Verbandes vor und in Arbeitsphasen hatte mensch sofort die Gelegenheit sich aktiv in die Arbeit der BAK’s einzubringen.
Abends traf sich dann noch einmal die ganze Gruppe, um mit verschiedenen ReferentInnen
z.B. über das Parteiprogramm der LINKEN oder interne Demokratie im SDS zu debattieren.
Natürlich blieb auch noch Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen, was ja auch ein Ziel der Herbstakademie ist. Durch die ständig neue Mischung der Kleingruppen kam man mit AktivistInnen aus den verschiedensten Bundesländern ins Gespräch und konnte neben Erfahrungen über Veranstaltungen und Gruppenpraxis auch Telefonnummern und Email- Adressen zur weiteren Zusammenarbeit austauschen. Gefördert wurde diese Vernetzung durch die Ag GruKa, die immer mal wieder kleine Regional-Treffen organisierten, bei denen sich SDSlerInnen aus ähnlichen Gebieten zusammenfanden.
Doch nicht nur theoretische Arbeit und politische Diskussionen bestimmten die Tagesgestaltung. Nachmittags wurde gemeinsam Fußball gespielt oder man entspannte zu Gitarrenklängen der musikalischeren Genossen in der Sonne. Nach dem abendlichen Podium wurde ausgelassen gefeiert und die Gespräche drehten sich auch mal um anderes, als um politische Theorien und die Frage, wann es denn nun endlich so weit sei, mit der Revolution.
Die Herbstakademie ist für alle SDSlerInnen eine wichtige Zeit, um sich theoretisch weiterzubilden, politische Positionen und Ideen zu entwickeln und um Anregungen für die Gruppenpraxis zu erhalten.
Genauso wichtig ist jedoch auch die gemeinsame Zeit die miteinander verbracht wird, dass gegenseitige Kennenlernen, der Erfahrungsaustausch, die Vernetzung untereinander.
Das alles hilft, uns als jungen Studierendenverband auf unserem Weg der politischen Praxis voranzubringen und unsere Arbeit zu stärken, um damit den kommenden Auseinandersetzungen in Zeiten der Krise gewachsen zu sein.

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