Fundstück der 40.Kalenderwoche


Neues Semester, neue Rekorde, alte Probleme

Ein neues Semester hat an der MLU Halle-Wittenberg begonnen, viele neue Studierende erkunden den Campus und die Innenstadt, sowie nehmen auf mehr oder weniger neuen Bänken Platz. Aber tun dies auch wirklich alle? Nach den vorläufigen Zahlen sind an der MLU knapp 19.500 Studierende im Wintersemester 2010/11 eingeschrieben, darunter ca. 4.000 neue KommilitonInnen.
Nachdem damit neue Rekordwerte aufgestellt wurden, gestaltet sich die Situation an den einzelnen Fakultäten ebenfalls rekordverdächtig. In den Wirtschaftswissenschaften wurden so viele Studierende zugelassen, dass selbst der Audimax für Vorlesungen nicht mehr ausreichen würde. Darum mietet die Universität für das Semester die Räumlichkeiten im Steintor-Varieté bzw. der Händel-Halle, mit den daran hängenden Kosten verständlicherweise. Nach der Aufhebung sämtlicher NC-Beschränkungen für die Studiengänge der Philosophischen Fakultät I, war in einigen Instituten schon vor dem eigentlichen Semesterstart Resignation zu spüren. Sind es in der Geschichte noch „moderate“ 129 neue Studierende und ist die Lage in der Politikwissenschaft mit 300 noch angespannt, wirkt sich die Anzahl von 480 in der Soziologie und sogar von 580 in der Psychologie katastrophal auf die Studienbedingungen der Betroffenen aus. Mit Lehraufträgen versuchen die Verantwortlichen nun die chronische Unterfinanzierung der MLU durch das Land einigermaßen zu kaschieren. Die durchschnittliche Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen in den genannten Fächern wird sich womöglich trotzdem im Vergleich zu vorherigen Semestern erhöhen, im schlimmsten Falle jedoch verdoppeln!
Hinzu kommen neue Entwicklungen auf der Landesebene, die in den nächsten Monaten durch die Rahmenzielvereinbarungen 2011-13 für die sachsen-anhaltinischen Hochschulen gekennzeichnet sein werden. Unter anderem kritisiert die GEW (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft), „dass die Hochschulen des Landes gezwungen werden sollen, sich einem System der Leistungsorientierten Mittelvergabe zu unterwerfen, das durch so genannte Konsolidierungsbeiträge und Umverteilungsmethoden aus den Budgets der Hochschulen gekennzeichnet ist. Statt Anreize durch zusätzliche Mittel für besondere Leistungen zu honorieren, wird so ein Bestrafungssystem eingeführt, das mit 5, 10 und 15 Prozent des Budgets in den Jahren 2011 bis 2013 zu unvorhersehbaren Risiken für die einzelnen Hochschulen führen kann“. Dieser Kritik und der Kritik an der Unterfinanzierung der Hochschulen in Sachsen-Anhalt schließt sich der SDS.MLU vorbehaltlos an. Wir setzen uns für bessere Studienbedingungen, eine adäquate Finanzierung der Hochschulen und die Durchsetzung von Bildung als Grundrecht für alle Menschen ein. Damit es nicht nächstes Wintersemester wieder heißt: „Auf der Treppe ist noch Platz“.



Links:

PM der Universität:

Artikel zu der Situation bei den WiWi’s in der hastuzeit (+Kommentare)

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