Fundstück der 41. Kalenderwoche

(ag) Es hatte ein guter Tag werden sollen für das nationalistische Aktionsbündnis Leipzig, das am vergangenen Samstag zu einer „Groß“-Demonstration nach Leipzig aufrief.
Unter dem Titel „Recht auf Zukunft“ wollte man sich zusammenfinden, um mal wieder kollektiv über die
Unterdrückung seitens des Staates und die drohende Überfremdung Deutschlands zu jammern.
Tausende Neonazis hatten nach Leipzig kommen sollen, tatsächlich da waren nur ca. 250. Das lag diesmal nicht nur an schlechter Organisation und Regenwetter, sondern auch an mehreren Bränden in Kabelschächten der Signalanlagen auf der Strecke zwischen Halle und Leipzig. In den Medien ist von Brandanschlägen die Rede, die Bahn sprach von Sabotageakten. Wer letztendlich die Brände gelegt hat, ist zur Zeit noch nicht geklärt. Fest steht, dass nicht nur zahlreiche Reisende und GegendemonstrantInnen am hallenser Bahnhof festsaßen, sondern auch ca. 300 Nazis.
Diese nutzten die Zeit, um geklaute Parolen zu grölen und zu randalieren, um so auf sich aufmerksam zu machen. Schnell fanden sich jedoch zahlreiche AntifaschistInnen ein, um zu zeigen, dass es auch in Halle keinen Platz für rechtes Gedankengut gibt.
Auch in Leipzig war die Situation für die ewig Gestrigen nicht besser. Nachdem das Verwaltungsgericht am Donnerstag die angemeldete Demonstration durch die Innenstadt verboten hatte und die drei anderen Aufzüge zusammenfasste, blieb den Neonazis nur die Ostseite des Hauptbahnhofes als Kundgebungsort. Doch auch hier hatte sich bereits breiter Widerstand formiert. Etliche AntifaschistInnen besetzten verschieden Gleise und verhinderten so erfolgreich das Ankommen weiterer Neonazis
So kam es, dass Kundgebungen wie z.B. von Tommy Naumann (leipziger Stützpunktleiter der JN) nur vor einer kläglichen Zahl Kameraden abgehalten wurden und die rassistische Hetze ins Leere lief.
Der Realitätsverlust zeigt sich aber nicht nur in völlig absurden politischen Überzeugungen, sondern auch in der eigenen Berichterstattung zu den laufenden Ereignissen am Samstag.
Auf ihren Blog altermedia.de wird von „tausenden Kameraden“ gesprochen, die „in vielen Orten unterwegs seien“. Wo diese genau unterwegs gewesen sein sollten, weiß aber eigentlich keiner so recht. Auch werde man in Zukunft „wieder mit kreativen Aktionen Polizei und Gegendemonstranten verwirren“. Wir dürfen also gespannt sein.
Nun reiht sich auch Leipzig in die Kette der erfolgreichen Naziblockaden dieses Jahr ein und gibt den Neonazis einen Vorgeschmack, dass es ihnen in Dresden am 13.02. 2011 auch nicht besser ergehen wird.
Der SDS MLU erklärt, dass wir den Nazis ihr „Recht auf Zukunft“ verweigern und uns auch weiterhin geschlossen und entschlossen gegen jegliche faschistische und rassistische Ideologien stellen.

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