Fundstück der 10. Kalenderwoche

OWUS e.V. – Ein Verband auf der anderen Uferseite der Partei Die Linke

(r) Ich war bei der Jahreshauptversammlung von OWUS. Die anwesenden Mitglieder waren überwiegend zwischen 50 und 70 Jahre alte UnternehmerInnen und kamen meist aus den neuen Bundesländern. Sie engagieren sich in dem der LINKEN nahe stehenden Unternehmerverband unter dem gemeinsamen wirtschaftlichen und politischen Ziel, „aus wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Verantwortung - für einen wirklich fairen Wettbewerb um die besten Ideen und Produkte eintreten, aber auch um wirtschaftliche Lösungen, die sich nicht nur auf die Kosten der kommenden Generationen, der Umwelt oder den schlechten Arbeitsbedingungen weit entfernt lebender Menschen hin rechnen“ 1.

Links und Unternehmer; ist das nicht ein Widerspruch?

In der heutigen Zeit wird den Linken immer wieder vorgeworfen, dass sie nicht wirtschaftlich (dass heißt immer nach den Profitabelsten und Gewinnbringendsten) denken können, doch kommt es nicht vielmehr darauf an, nachhaltig und sozial zu Wirtschaften, so dass der Reichtum möglichst gerecht verteilt werden kann.

Ein(e) linke UnternehmerIn steht vor widersprüchlichen Entscheidungen, er/sie möchte sozial handeln und muss sich gleichzeitig der Konkurrenz und marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, stellen. Doch nur wenn wir viele Unternehmen/Innen (seit Friedrich Engels) als Beispiele haben, wo soziales und nachhaltiges Wirtschaften den Erfolg eines Unternehmens ausmacht können wir als Linke in diesem System beweisen, dass linkes Denken der Ökonomie keineswegs im Wege steht.

In OWUS tauschen viele „alte“ Politiker der DDR und der BRD(68-iger) mit der heutigen Linken Erfahrungen aus und diskutieren über die richtige Wirtschaftspolitik besonders für kleinste und mittelständische Unternehmen. Jedoch die Altersstruktur und der Schwund an Mitgliederzahlen birgt die Gefahr, dass das erworbene Wissen an zukünftige Generationen (UNS) nicht weiterzugeben werden kann.

Der Verband sollte eigentlich als Netzwerk fungieren, mit der Aufgabe eines „Treuesiegels“: Jedes Mitglied soll vorzugsweise bei einem Genossen einkaufen, weil er/sie da weiß, dass die Mitarbeiter/Innen vergleichsweise wenig ausgebeutet werden und dieses Unternehmen auf Nachhaltigkeit achtet. Das trägt zur Stabilisierung des Unternehmens bei, wovon alle profitieren. Von diesem Ziel ist man noch weit entfernt, da dieses Netzwerk noch klein ist. Eine Hilfe könnten wir als Konsumenten und die Linke selbst beitragen, indem wir vordergründig auf die Leistungen von OWUS-Unternehmen zugreifen.

OWUS versucht das ökonomische Vorurteil der Linken zu revidieren, was nicht einfach ist. Das „Modell“ linker Unternehmer, ist nicht neu, aber erst mit OWUS erfährt es ein neues politisches Image. Der Verband ist auf die die Zusammenarbeit mit der Partei DL angewiesen, weil OWUS durch die Linke zu mehr Publizität, politischen Einfluss und zu neue Mitglieder kommt.

Gleichzeitig kann die Linke von Erfahren linker UnternehmerInnen profitieren und diese ins politische Geschehen mit einbringen. Dieses „Abhängigkeitsgefüge“ mit der Linken müsste Solid und dem SDS bekannt vorkommen. Es gibt auch Unternehmer in OWUS die nicht Mitglied der LINKEN sind, aber trotzdem die Standpunkte von der LINKEN vertreten, genau wie bei den Jugendverbänden.

Es fehlt jedoch der direkte Kontakt zwischen OWUS und Solid/SDS, obwohl beide Verbände der Linken nahe stehen. Ich weiß nicht, inwieweit die Linke bisher dazu beigetragen hat, die Verbände miteinander bekannt zu machen, denn die jeweiligen AnsprechpartnerInnen dürften selten die Gleichen sein.

Jedoch kann es nicht sein, dass es keine Zusammenarbeit gibt, obwohl die gleichen Ziele verfolgt werden. Da beide Verbände wirtschaftliche Probleme aus einem anderen Blickwinkel sehen, können sie voneinander lernen. Mit dem gebündelten Wissen kann man dann gemeinsam einen stärkeren Druck auf die Linke ausüben, so dass sie mehr und mehr unseren Ansprüchen entspricht.

Nach Auskunft des Vorsitzenden von OWUS wurde der BSpR (Bundessprecherinnenrat von Solid) mehrmals angeschrieben, der jedoch leider keine Antwort gab. Die Jugendverbände benötigen jedoch dringend erfahrene ReferentenInnen, die auf Camps und Veranstaltungen ihr Wissen weitergeben können. Auf Sommer- oder Pfingstcamp, wenn Marco einen ökonomischen Vortrag hält, wird es voll. OWUS könnte hier einen Beitrag leisten, um den Drang nach Wissen aus dem realen wirtschaftlichen Leben zu erfüllen. Langfristig wachsen wir aus den Jugendverbänden raus. Wohin wenn man sich weiter politisch engagieren will, aber nicht Mitglied der Linken werden möchte.

Die meisten von Solid sind Studierende, einige werden sogar UnternehmerInnen, wobei sie ihre linken Prinzipien nicht aufgeben wollen. In OWUS findet man Gleichgesinnte. Ich hoffe, dass sich die Verbände zum gegenseitigen Vorteil näher kommen und eine Kommunikation aufbauen können. Dies ist wichtig, denn wir sind OWUS von morgen!

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