Fundstück der 24. Kalenderwoche

(Kliniken der) Universitäten in den Zahnrädern des Kapitals

(r) Die Universitäten sind unterfinanziert, das ist nichts Neues in Deutschland, auch nicht in Halle oder Magdeburg. Mit dem Bologna-Prozess sollen die Universitäten nun zum Unternehmen umgestaltet werden, weshalb sie jetzt auch in Sachsen-Anhalt dem Wirtschaftsministerium unterliegen. Ob dieser Schritt mit öffentlichen und unabhängigen Lehre übereinkommt ist zweifelhaft.
Nach der zurzeit herrschenden neoliberalen Ideologie müssen Unternehmen in Wettbewerb gebracht werden. Unternehmen die keinen Gewinn abwerfen, werden als nicht effizient eingestuft. Diese „Verschwendung“ der zur Verfügung stehenden Ressourcen werden dann auf dem Markt geregelt. Entweder mit Einsparungen oder sie verschwinden vom Markt
Dieses System aber auf Krankenhäuser anzuwenden, wo es um Menschenleben geht ist echt pervers. Die Krönung ist allerdings, dass Universitäten neudings als Unternehmen eingestuft werden und sich deshalb der Konkurrenz stellen müssen.
Das sie das nicht können, sollte jedem einleuchten, denn „Universitätskliniken haben eine wichtige Funktion nicht nur in der hochspezialisierten Krankenbetreuung, sondern vor allem auch für Lehre und Forschung. “ Unter diesen Voraussetzungen lassen sich keine Gewinne (im Sinne des Geldes) erzielen, sie sollten auch nicht angestrebt werden!
Jedoch genau das ist es, was unsere Landesregierung in Sachsen-Anhalt anstrebt. Budde,die Chefin der SPD-Landtagsfraktion wies den Vorstoß zurück: " Die SPD ist und bleibt weiterhin dagegen, die Universitätsklinika zu privatisieren, um einmalige Erlöse zu erzielen".
Nach den ersten Plänen Landesregierung soll auch nur der eigentliche Krankenhausbetrieb privatisiert werden, also derjenige Bereich bei dem eine hohe Profitmarge zu erwarten ist, d. h. „Forschung und Lehre würden also entweder weiter am Tropf des Landes hängen - oder sterben.“
Um die privatisierten Kliniken dann konkurrenzfähig zu machen, müssten Einsparungen getätigt werden und die Preise würden unweigerlich ansteigen.
Nach der herrschenden Meinung sollten die Gewinne privatisiert werden und die Verluste verstaatlicht und das würde sich wie folgt auch die Gesellschaft auswirken:
Studierende, ProfessorInnen, PatientInnen, MitarbeiterInnen im Krankenhaus, Krankenkassen würden schlechter gestellt, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg würde keine Volluniversität mehr sein und bei den Staatskassen ist nur eine marginale Veränderung zu erwarten.
Es gibt also nur einen Profiteur der Privatisierung, den potenziellen Käufer.


http://www.mz-web.de/servlet/ContentSer ... 0342906046
http://www.halleforum.de/Halle-Nachrich ... iert/32276
http://www.mz-web.de/servlet/ContentSer ... 8881578312

Kommentare

  1. sieht so aus, als wäre der vorstoß fürs erste vom tisch:

    http://www.mz-web.de/a?id=1308201244169
    http://www.halleforum.de/Halle-Nachrichten/Stadtgeschehen-UniklinikVerkauf-vom-Tisch/32309

    an den grundsatzproblemen löst das natürlich wenig. zumal ich vermute, dass eine andere große kröte im anmarsch ist, die wir so nur leichter schlucken sollen.

    p.s.: die werte frau heißt budde
    p.p.s.: eine volluni wären wir nach wie vor. in jedem fall behielten wir die medizinische fakultät als teil der universität.

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  2. Hallo,

    danke für die Anmerkungen und der Schreibfehler ist korrigiert.
    Auf welch "größere Kröte" beziehst du dich da?

    VG

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