Fundstück der 43. Kalenderwoche - Austeilen, aber nicht einstecken können

(jj) Mario Barth erwirkte am 02. November 2011 eine Unterlassungsklage gegen Linksjugend ['solid] (Mecklenburg-Vorpommern), da sie ein Bild von ihm für ein Plakat- und Flyermotiv verwendeten, mit dem Spruch darunter „sexistische Rollenklischees haben so einen Barth!“. Er fühle sich in seinen Persönlichkeits- und Urheberrechten verletzt. Wird Mario Barth als eine geschützte Marke verstanden, verstößt ['solid] MV gegen das Urheberrecht, aber nur insofern ihm eine Werbeabsicht unterstellt werden könne. ['solid] MV verwendet Barths-Konterfei allerdings weder für Eigenwerbung noch aus kommerziellen Gründen. „Wir beabsichtigen eine Aufklärung gegenüber den psychologischen Herrschaftsmechanismen dieser männerdominierten Gesellschaft. Unser Material beinhaltet eine Meinungsäußerung zu den in Programmen des Herrn Barth immer wieder bedienten Rollenklischees und nimmt insofern Stellung zu dessen Positionierung in der Öffentlichkeit. Auch erweckt sie gerade durch die deutliche Kritik an der Position des Herrn Barth nicht den Eindruck, dass dieser sich mit unserem Verband identifiziere. Ein Geschäftsinteresse verfolgt unser Verband als politischer Jugendverband auch nicht.“
Der Pressesprecher von ['solid] MV Robert Wollenberg erklärte der jungenWelt, Barth sei eine Person der Zeitgeschichte, reduziere Frauen auf Klischees und präge zudem langfristiges Denken. ['solid] werde sich nicht in seiner Meinungsfreiheit von einer Person einschränken lassen, nur weil er sich teure Anwälte leisten könne. Zudem liege keine Persönlichkeitsverletzung vor, da weder Informationen über seine Intims- noch Privatsphäre herausgegeben worden. „Unser Handeln beschränkte sich nur auf den Abdruck des Gesichtes von Herrn Barth und ist durch Artikel 5 GG der Pressefreiheit geschützt“.
Eine weitere Frage die laut ['solid] MV zu klären sei ist die, ob Barth´s „komödiantischen“ Äußerungen keine politischen Statements darstellen. Da im Kampf um Gleichberechtigung solche Abwertungen immer einen Teil der Unterdrückung und auch immer eine Position darstellen. „Mario Barth reduziert ein ganzes Geschlecht, die Hälfte der menschlichen Weltbevölkerung auf Schuhe, Einkauf und sonstige, als „frauentypisch“ angesehene Eigenschaften. Diese sind meist negativ behaftet und sprechen Frauen Kompetenzen ab. Sie stellen den Mann über die Frau und zementieren die derzeit herrschenden gesellschaftlichen Mechanismen. Dadurch haben sie politischen Einfluss auf die Öffentlichkeit. […] Man muss sich nicht zu einer politischen Organisation bekennen um politisch zu wirken.“
['solid] MV wird in den nächsten Wochen noch einen weiteren thematischen Flyer herausgeben, der sich inhaltlich mit den auch durch Barth bedienten Rollenklischees auseinandersetzt. Dieser soll in Kürze auch auf seiner Internetseite zum Download bereit gestellt werden. Zudem plant ['solid] MV in der nächsten Zeit eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Sexistische Unterdrückungsmechanismen in den Medien“.
Sollte ['solid] MV den Prozess verlieren, kommen hohe Kosten auf den Verband zu. Daher startet ['solid] MV auf seiner Internetseite einen Spendenaufruf für die Prozesskosten.

http://www.solid-mv.de/
http://www.jungewelt.de/2011/11-09/052. ... ario|Barth
http://www.neues-deutschland.de/artikel ... olid|barth
http://www.nordkurier.de/cmlink/nordkur ... r-1.347199

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