Dorf in Sachsen-Anhalt beschließt: Nazi-Konzerte? Nicht bei uns!

Bei einer Bürgerbefragung Mitte November sprachen sich 80 Prozent der Nienhagener Bevölkerung dafür aus, die Konzerträume nicht weiter an Neonazis zu vermieten

Das Dorf Nienhagen in Sachsen-Anhalt zeigt, dass zivilgesellschaftlicher Widerstand etwas bewirken kann. In den vergangenen Jahren hat sich das 380 Seelen-Dorf im Harz zu einem gefragten Konzertort für Rechte etabliert. Seit 2007 standen dort einschlägig bekannte Bands wie die Gruppe „Kategorie C“ auf der Bühne. Allein in diesem Jahr fanden bereits sechs rechte Veranstaltungen statt.

Zu einem Konzert über Pfingsten trieb es etwa 1.800 Neofaschisten und Sympathisanten in das Dorf. Und es hätten noch mehr werden können, doch wurde die Veranstaltung bereits lange vor Pfingsten als ausverkauft aufgeführt. Die Niedersächsische Kameradschaft „Honour & Pride“ sollte währenddessen für „Ordnung“ sorgen und zeigt die rechten Verquickungen. Vermehrt kam es zu gewalttätigen Zwischenfällen bei Veranstaltungen. So das selbst die Polizei nach einer Auflösung eines Konzert von „massivem Widerstand“ sprach. Etwa 100 Neonazis verbarrikadierten sich in dem Gebäude und leisteten Widerstand.

Die Nienhagener Bürgergesellschaft bereitet diesem Spuck nun ein Ende. Die Initiative „Bürgerbündnis Nienhagen-Rechtsrockfrei“ hat sich erst in Folge der Vorfälle im April dieses Jahres gegründet. Der Vermieter des Veranstaltungsortes garantierte, dass er die Räume nicht mehr an Neonazis vermieten würde, wenn sich eine Mehrheit des Dorfes dafür ausspricht. Die daraufhin von dem Bündnis initiierte Abstimmung war erfolgreich:

Die Wahlbeteiligung bei der Abstimmung im November lag bei 62 Prozent und 80 Prozent der Stimmen sprachen sich gegen die weitere Vermietung an Neonazis aus und beweisen damit, dass es für einen erfolgreichen Widerstand gegen Rechts einer starken Zivilgesellschaft bedarf. Ihr Völker der Welt, schaut auf dieses Dorf!


http://www.endstation-rechts.de

Kommentare

  1. Generalbundesanwalt a.D. Alexander von Stahl (FDP) hält Vortrag bei der Halle-Leobener Burschenschaft Germania (DB/BG)

    Stahl wurde von der Burschenschaft für den 1. Dezember 2012 eingeladen. Die Burschenschaft gilt als rechtsextrem, nachdem im Jahre 2010 ihre Kontakte in die rechte Szene (NPD, JN, Kamaradschaften) öffentlich wurden (siehe taz-Artikel von 2010). Nach dem Sonderburschentag am letzten Wochenende in Stuttgart sollte jedem klar sein, dass die DB vor allem aber die Burschenschaftliche Gemeinschaft (BG) ganz bewusst eine Radikalisierung des Verbandes herbeiführt und zwar unter völkischen und rassistischen Vorzeichen!!!

    Wir rufen die FDP in Halle auf, alle möglichen Schritte zu gehen, um einen Auftritt zu verhindern! Mit solchen Vorträgen möchte die Burschenschaft ihre eigentliche verfassungsfeindliche Einstellung nur kaschieren!

    https://linksunten.indymedia.org/de/node/72417#comment-59787

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