UKH macht dicht: Schützt es die Abtreibungsgegner?

Nachdem die “Mitteldeutsche Zeitung” keine Antwort auf die Frage bekommen hat, warum im Universitätsklinikum Halle keine Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden können, haben wir als anerkannte Hochschulgruppe der MLU unser Glück versucht. Aber das Resultat ist das gleiche: Seit einer Woche bedenkt uns das UKH-Presseteam mit Schweigen. Die Tabuisierung der eigenen Hauspolitik in Bezug auf Schwangerschaftsabbrüche wird konsequent umgesetzt, auf Nachfragen statt mit Argumenten mit Stille reagiert.

Entsprechend stellt sich uns die Frage, wer genügend Einfluss üben könnte, um diese Verweigerungshaltung des Uniklinikums zu erzwingen. Lehnt Prof. Michael Tchirikov Abtreibungen als Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe ab? Übt er Druck auf die unter ihm arbeitenden Oberärzt*innen aus, dasselbe zu tun oder hat er von Anfang an nur jene eingestellt, die diese Überzeugung teilen? Wie könnte dies die Ausbildung angehender Geburtshelfer*innen auf seiner Station beeinflussen? Oder die Lehre angehender Mediziner*innen? Auch die Rolle des Chefarztes der Gynäkologie, Dr. Christoph Thomssen interessiert uns dabei sehr. Duldet er die Ablehnung von Schwangerschaftsunterbrechungen im UKH nur oder unterstützt er gar diese Einstellung?
Egal wie die Antworten auf diese Fragen lauten – Fakt ist, dass durch die Weigerung des UKH Abtreibungen durchzuführen, die Versorgungssicherheit für diesen medizinischen Eingriff im Süden Sachsen-Anhalts massiv beeinträchtigt wird. Nicht nur, dass in Halle selbst nur zwei Praxen den Eingriff bis zur 9. Woche durchführen, durch die fehlende Ausbildung seitens des Uniklinikums wird es auf lange Sicht auch immer weniger Ärzt*innen geben, die den Eingriff anbieten werden. Wo, wenn nicht in ihrer Ausbildung, sollen ihnen die verschiedenen Varianten von Schwangerschaftsabbrüchen, das Wissen für die einfühlsame und sensible Betreuung der Frauen danach und eben auch der Umgang mit moralischen und ethischen Implikationen näher gebracht werden?

Das UKH verrät mit seiner schweigenden Haltung nicht nur das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung und Gesundheit von Frauen, sondern auch seine Verantwortung gegenüber einer neuen Generation von Ärzt*innen - und das alles ohne sich auch nur einmal dazu zu äußern!

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