Südstadtcenter zerstören? Lohnt sich!

Wir haben schonmal davon geschrieben, dass das Debakel um das Südstadtcenter deutlich macht, wie schädlich das Privateigentum an Immobilien ist – sowohl bei Wohnraum als auch bei Geschäftsräumen. Denn es ist nicht so, als würde das derzeit geschlossene Südstadtcenter nach gut dreißig Jahren Bestehen einfach so von heute auf morgen verfallen sein. Vielmehr hat die Immobilienfirma „Hedera Bauwert GmbH“ einfach beschlossen, kein Geld mehr in den Erhalt zu stecken, Nebenkosten einbehalten und spekuliert, um sich zu vergrößern. So stehen jetzt nicht nur Baustellen in Berlin still, sondern es fällt auch eine Einkaufsmöglichkeit im halleschen Süden weg – und ein Treffpunkt für Menschen im Viertel. Das Tragische daran ist, dass die Eigentümer*innen von Hedera wahrscheinlich – wie auch die Eigentümer*innen der Immobilien im Südpark – irgendwann ihre Firma aufgeben werden, aber trotzdem keinerlei Repression zu befürchten haben. Sie werden sich selbst genug Gehalt für das Management ausgezahlt haben, um in ein paar Monaten einfach die nächste Firma zu eröffnen, weitere Immobilien zu kaufen und die Mieter*innen wieder übers Ohr zu hauen. Man kann Leuten eigentlich nur empfehlen, Immobilien zu kaufen und die Mieter*innen maximal auszunehmen, um risikolos richtig viel Geld zu machen. Das liegt zum einen am Prinzip des Privateigentums an sich, aber auch daran, dass die Politik und Behörden auf jeder Ebene versagen und nicht einmal versuchen, den rechtlichen Rahmen vollends auszuschöpfen. So gilt das Einbehalten von Nebenkosten eben als Zahlungsverzug und nicht als Absicht, den Mieter*innen Geld zu stehlen. Die können in dem Fall versuchen, das Geld wieder zu bekommen, aber stehen bei einer kalkulierten Firmenpleite mit vielen anderen Gläubiger*innen im Regen. Währenddessen wird jeder minimale Ladendiebstahl, jede fehlende Fahrkarte und jeder Versuch, ein paar Euro mehr zu bekommen im Zweifelsfall mit einer Öffentlichkeitsfahndung, mit Kriminalisierung und mit Gefängnis beantwortet.
Daran wird sich nichts ändern, solange es keine politische Lösung gibt. Aber zumindest könnten diejenigen, die Verantwortung tragen, aufhören, so zu tun, als würde nicht genau diese Schieflage dazu führen, dass in Halle immer wieder hervorragend funktionierende Immobilien nicht mehr zu benutzen sind.
Am heutigen Freitag (20.2. / 17 Uhr) wird es übrigens eine Demonstration vor dem Südstadtcenter (Südstadtring 90) geben, was zu unterstützen ist!


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