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Märchenstunde oder Bibelkunde? Eine Nachreichung zum SMD

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In einem unserer vorherigen Postings haben wir die “Studentenmission Deutschlands” (SMD) bereits dafür kritisiert, dass sie mit Rolf Hille jemanden eingeladen hat, der die Gleichberechtigung von Homosexuellen und das Selbstbestimmungsrecht von Schwangeren ablehnt sowie ein evangelikales Weltbild im allgemeinen vertritt. Evangelikal bedeutet hier die möglichst wortwörtliche Auslegung der Bibel, wie sie häufig in Freikirchen anzutreffen ist, und die Organisationsform jenseits der Evangelischen Kirche. Heute wollen wir auf etwas anderes hinweisen, was uns bei dem Vortrag mit Rolf Hille aufgefallen ist und der sich auch durch den Instagram-Account zieht. Normalerweise würden wir, gerade auch mit Blick auf die strategischen Bündnisse zwischen Evangelikalen und anderen extrem Rechten, vermuten, dass die Menschen ihre zB homophobe Einstellung schlicht mit ihrem Glauben rechtfertigen wollen. Hier könnte es aber umgekehrt sein, denn die SMD-Mitglieder sind nicht rechtsextrem, per se vielleicht

Schockierende Neuigkeit für Veranstalter*innen: Die richtige Entscheidung ist möglich

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Der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz ist seit Jahren in extrem rechten Kreisen unterwegs, verbreitet selbst Verschwörungstheorien und liebt die vermeintlich psychologische Ferndiagnose von politischen Gegner*innen. Linke? Muttervergiftet! Merkel? Wahnhaft! Dagegen: Pegida? Sehr vernünftig! Das ist eine Kurzfassung seiner politischen Diagnosetätigkeit, die ihn letztlich zu Programmen wie „NuoViso“ oder auch auf die Demonstrationen der „Bewegung Halle“ geführt hat, wo er ein Zeichen gegen die angebliche „Corona-Lüge“ setzen wollte. 2019 konnte er mit seiner, natürlich nach ihm benannten, Hans-Joachim-Maaz-Stiftung in der Leopoldina auftreten, was wir als Anlass für eine deutliche Kritik daran genutzt haben, die ihr hier findet: t1p.de/x6v3o Umso besser finden wir es, dass die Evangelische Kirche nach einer kritischen Einordnung von „Halle gegen Rechts“ reagiert und ihn ausgeladen hat. Dabei hat sie das ganz simpel begründet: Wer auf extrem rechten Plattformen unterwegs ist, darf keine

Homophober Hassprediger an der MLU? Evangelikalismus kritisieren!

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Die Studentenmission Deutschlands an der MLU (SMD) wurde schon einmal Gegenstand unserer Kritik. Während wir damals aber ins Blaue hinein ein paar Fragen zum Verhältnis der SMD zu evangelikalen Gruppen aufwerfen wollten ( t1p.de/x9ma6 ), ist es nun ernster: Am Donnerstag kommt Rolf Hille ins Melanchthonianum (19 Uhr / HS XV), um über die Frage zu referieren, warum er kein Atheist sei. Wir können das beantworten: Du bist mutmaßlich kein Atheist, weil du Homosexualität und Abtreibungen ablehnen willst und eine Bibelstelle gefunden hast, die dazu passt. Während wir durchaus zu schnellen Urteilen neigen, lässt sich dieses aber leider nicht einmal relativieren, wenn wir es wollten: Denn Hille, ehemals Lehrender an einer evangelikalen Hochschule, äußert sich sehr klar gegen Homosexualität. Er führt aus, dass “praktizierte Homosexualität” mit der Bibel unvereinbar sei und Schwule und Lesben “ungehorsam gegenüber Gott üben” würden. Er lehnt aufkommende Toleranzgedanken, wie bspw. in der Evange

Besetzung des Audimax

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Das Audimax der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde vom 9. Januar bis zum 13. Januar 2023 von Aktivist*innen der Gruppe "EndFossil: Occupy! Halle" besetzt. Als Hochschulgruppe haben wir deutlich gemacht, dass das Rektorat auf jede Repression verzichten und auf die Forderungen der Klimaschützer*innen eingehen muss. Ziel war es, auf eine schnellere Klimaneutralität der MLU hinzuwirken, ein Ende der Kürzungspolitik zu erkämpfen und sich mit dem geräumten Dorf Lützerath (NRW) zu solidarisieren. Im Ergebnis konnte eine Vereinbarung mit dem Rektorat erzielt werden, bei der zentrale Forderungen der Besetzer*innen aufgegriffen wurden. Jetzt geht es darum, weiter Druck zu machen, die Klimagerechtigkeitsbewegung im Ganzen zu unterstützen und Forderungen umzusetzen, die noch nicht erfüllt wurden, so z.B. die Ausfinanzierung aller Hochschulen in Sachsen-Anhalt.

Am 28. Januar 2023: Protest in Schnellroda!

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Am 28. Januar demonstriert das Kollektiv "IfS dichtmachen" im Dorf Schnellroda (Saalekreis) wieder gegen das faschistische Institut für Staatspolitik (IfS). Dieses ist Zentrum für neurechte Vernetzung, menschenverachtende Propaganda und faschistische Umsturzfantasien. Damit muss endlich Schluss sein! Dieses IfS dichtzumachen, bleibt ein notwendiges Ziel. Bis dahin gilt es, dass es für die Faschist*innen kein ruhiges Hinterland geben darf. Kommt am 28. Januar also mit nach Schnellroda und informiert euch über die völkischen Kräfte in der Region. Der antifaschistische Protest startet am Samstag um 12 Uhr vor der Gaststätte "Schäfchen", in der die Rechten tagen!

Gedenken an Rosa und Karl

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Am 15. Januar 1919, also gestern vor 104 Jahren, wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet. Die Täter kamen aus einem der unzähligen rechten Freikorps, die von der Regierung geschickt wurden, um die Reste der Novemberrevolution zu zerstören. Diese Regierung wurde von der SPD gestellt und der spätere SPD-Wehrminister Gustav Noske stimmte der brutalen Ermordung von Rosa und Karl zu. Aufgrund der zynischen und falschen Vorstellung, nicht ohne die alten Eliten regieren zu können (bzw. zu wollen), richteten sich Funktionäre wie Noske oder Friedrich Ebert nicht nur - gemeinsam mit Faschist*innen - gegen Kommunist*innen und Anarchist*innen, sondern auch gegen unabhängige Sozialdemokrat*innen und ihre eigene Basis. Und das war unabhängig davon, welche linke Bewegung niedergeschlagen werden sollte: So wurden Rosa und Karl als KPD-Mitglieder ermordet, aber es traf z.B. in Halle mit Karl Meseberg auch ein prominentes USPD-Mitglied. In Sachsen wurde 1923 gar eine parlamentarische Koalitio

Sozialsprechstunde im Linken Laden

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Seit dem Herbst 2022 wird im Linken Laden eine Sozialsprechstunde angeboten, u.a. vom Stadtvorstand und von der Ratsfraktion. Auf diese möchten wir hinweisen, denn sie dient zur oftmals schwierigen ersten Orientierung im Durcheinander von möglichen Sozialleistungen und Bürokratie. Das kann auch und gerade für Studierende interessant sein, die vielfach z.B. einen Anspruch auf Wohngeld haben, insofern sie nicht (mehr) Bafög-berechtigt sind. Aber es gibt teilweise noch andere Möglichkeiten, um finanzielle Not abzumildern - man muss seine Ansprüche dafür aber kennen. Die Sozialsprechstunde findet jeden Dienstag (2023 wieder ab 10. Januar) im Linken Laden (Leitergasse 4 / 06108 Halle) statt und es ist möglich, dort ohne Termin oder Voranmeldung teilzunehmen. Die Sprechstunde stellt keine professionelle Beratung dar, vielmehr wird versucht, Hinweise, Tipps und Ratschläge zu geben und bei der Suche nach professionellen Beratungsstellen zu helfen. Für die erste Beschäftigung damit ("Was k