Die
Lebensmittelpreise drohen erneut zu explodieren. Das liegt nicht daran,
dass es ein Naturgesetz gäbe, wonach Kriege oder kurzfristige
Knappheiten dazu führen müssen, dass Butter, Gurken, Aufschnitt oder
Getränke unbezahlbar werden. Vielmehr ist jede Krise für die
Lebensmittelkonzerne ein freudiges Ereignis. Denn wie schon nach dem
russichen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Jahr 2022 gibt das dem
Kapital die Möglichkeit, die Preise für Waren des alltäglichen Bedarfs
(z.B. Nahrung) weit über die tatsächlich gestiegenen Kosten zu erhöhen.
So werden die Sachen nicht einfach so immer teurer, sondern sie werden
teuerer gemacht: Selbst wenn die Energiepreise sich wieder normalisiert
haben, bleibt das Preisniveau im Supermarkt gewohnt hoch und fahren
LIDL, ALDI, REWE und Co. massive Überprofite ein, für die sie keinen
Cent extra zahlen müssen.
Die
Verbraucher*innen brauchen hier eine politische Lösung. Sie müssen
dafür kämpfen, dass die Politik endlich bereit ist, Preisbremsen,
Übergewinnsteuern, echte Kontrollen von Kartellen und tatsächliche
Umverteilung von oben nach unten anzugehen. Das ist bis jetzt nicht
passiert, aber ist die einzige Möglichkeit, wie das Leben wenigstens
halbwegs bezahlbar bleiben kann, wenn gleichzeitig Rente, Löhne und
Sozialleistungen deutlich nach oben angepasst werden.
Die
Beschäftigten bei den Lebensmittelkonzernen können allerdings mehr tun:
Sie haben es in der Hand, dem Kapital selbst ein Stück der gigantischen
Gewinne abzutrotzen, denn sie werden mit Hungerlöhnen abgespeist, die
es ihnen immer schwieriger machen, von den eigens produzierten Güter
überhaupt etwas zu erwerben. Deshalb ist es ausdrücklich zu begrüßen,
dass die Beschäftigten von MEG und Bonback, die beide zur Schwarz-Gruppe
(LIDL und Co.) gehören, in der letzten Woche in Sachsen-Anhalt und u.a.
in Halle gestreikt haben.
Die
Hauptforderung war dabei auch das Einreißen der Lohnmauer, denn nicht
nur zahlt die Schwarz-Gruppe, die dem reichsten Mann Deutschlands
gehört, ihren Arbeiter*innen insgesamt viel zu wenig, die Menschen in
Ostdeutschland werden ganz offen benachteiligt und verdienen immer
wieder mehrere hundert Euro weniger als westdeutsche Kolleg*innen.
Der
Arbeitgeberverband hatte nichts besseres zu tun, als zu versuchen, die
Streiks gerichtlich verbieten zu lassen. Das ist zum Glück in allen
Punkten misslungen. Es zeigt allerdings, dass die Schwarz-Gruppe
weiterhin daran festhalten will, die Menschen in Sachsen-Anhalt deutlich
schlechter zu bezahlen. Das größte Vermögen Deutschlands soll ungestört
weiterwachsen und Verbraucher*innen und Produzent*innen sollen leer
ausgehen.
Das
darf nicht sein! Wir erklären uns desahlb solidarisch mit den
Streikenden und hoffen auf einen erfolgreichen Tarifkampf und die
Enteignung von Dieter Schwarz und Co.!
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