Ein hallescher Professor und die Entsorgung der Vernunft

Das hätte es nun nicht gebraucht: Während die faschistische AfD angetreten ist, die Wissenschaftsfreiheit zu beseitigen und die Uni sich eigentlich auf den Kampf dagegen vorbereiten müsste, haben einige ihrer Mitglieder beschlossen, die Abwirtschaftung Sachsen-Anhalts und die Entsorgung jeglicher Vernunft aktiv voranzutreiben und einer demokratiefeindlich-völkischen Wende mitzuarbeiten.

Die Rede ist hier u.a. von Dr. Claudia Wittig (Geschichte) und Prof. Dr. Johannes Varwick (PoWi), die beide als BSW-Propagandist*innen dafür eintreten, endlich eine wie auch immer aufgestellte demokratische Regierung nicht mehr nötig zu haben und qua Duldung oder “Expertenregierung” die Faschist*innen mal an die Macht zu lassen, damit sie Frieden mit Putins Diktatur schließen mögen.


Wittig hielt es in dem Sinne für eine gute Idee, ein “Rededuell” mit dem AfD-Oberhetzer Oliver Kirchner auf dem COMPACT-Festival von Poggenburg und Elsässer zuzusagen, wo im letzten Jahr Neonazis, Holocaustleugner, faschistische Schläger und andere potentielle BSW-Bündnispartner*innen am Start waren. Das “Duell” hat Wittig inzwischen abgesagt, aber es bleibt dabei, dass sie es natürlich für eine famose Idee hält, die extreme Rechte aufzuwerten, während sie gleichzeitig erzählt, dass das alles eine linke Offensive sei - also eigentlich.


Die beiden lassen sich allerdings nur von schlechter Presse beirren und nicht von Demokratiefeindlichkeit, denn Wittig und Varwick werden an der BSW-Großveranstaltung mit dem Titel “Festival der Meinungsfreiheit”, welche am 30. August in der Festung Mark in Magdeburg stattfinden soll, festhalten. Das Festival ist ein illustres Schaulaufen der Szene der Corona-Leugner*innen, Putin-Fans, Rechtsextremen und völlig abgehalfterten Ex-Linken. So kommt es etwa dazu, dass Sevim Dagdelen (Ex-Linke/BSW) mit Markus Haintz, einem führenden Vertreter der “Querdenker” vermeintlich “diskutiert”.


Varwick und Wittig reden bei zum Thema der Hochschule als “Konsensfabrik”, was irgendwie progressiv und kritisch klingen mag, wird beim BSW aber mit dem Wunsch unterlegt, einen verschwörungsideologischen, völkischen und antidemokratischen Konsens dagegen zu setzen, weshalb man eben auch mit den Corona-Leugner*innen, der AfD und allen anderen anbandelt, die den schlechten Status Quo durch etwas noch Schlechteres ersetzen wollen.


Da Wittigs zuerst angekündigte Teilnahme an einem Nazi-Festival jenseits jeder Diskussion steht, haben wir als SDS vornehmlich Kontakt zu Prof. Varwick gesucht. Dieser möchte bisher nicht davon abweichen, an einem solchen Festival mit seinem Professorentitel teilzunehmen. Deshalb wollen wir nun öffentlich deutlich machen, dass man sich entscheiden muss: An der Hochschule die Wissenschaft verteidigen oder eben dabei mithelfen, sie einzureißen. Die Fragen müssen sich unsere beiden BSW-Funktionär*innen genauso stellen wie die Unileitung.




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