Die nächsten Schritte von CDU, CSU und SPD zur Verschlechterung der Lebensbedingungen
Krank zur
Arbeit, Schikane und Überwachung beim Jobcenter, Kündigungsschutz
abgeschafft, direkte Demokratie gekillt, Rente gestrichen: Die nächsten
Schritte von CDU, CSU und SPD zur Verschlechterung der
Lebensbedingungen.
Das
Koalitionspapier der Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD ist der
nächste große Angriff auf den kaum noch existenten Sozialstaat und ein
erneuter Versuch, die zur hemmungslosen Offensive übergegangene
Kapitalseite zufrieden zu stellen. Dabei wird es allerdings nicht
bleiben, denn schon mehren sich die Stimmen aus den Wirtschaftsverbänden
und den Parteien weiter, die behaupten, dabei dürfe es jetzt nicht
bleibt. Stattdessen bräuchte es deutlichere Einschnitte.
Wer
sich das Papier durchliest wird allerdings feststellen, dass es kaum
mehr etwas zum einschneiden gibt, so mickrig soll der Sozialstaat
werden. Die Schikane von Erwerbslosen steht ganz oben auf der Agenda.
Diese soll zukünftig stärker überwacht werden, um sie in jede beliebige
Arbeit hineinzuprügeln. Und wenn man dann Arbeit hat, sollte man lieber
nicht aufmucken, denn der Kündigungsschutz wird faktisch abgeschafft:
Vier Jahre lang sollen sechs Befristungen in Folge möglich sein, d.h.
vier Jahre lang kann man regelmäßig gefeuert werden - ohne Angabe von
Gründen, einfach als "Nicht-Verlängerung". Das führt dazu, dass die
Kapitalseite jede*n Arbeiter*in, die auf die Idee käme, z.B. einen
Betriebsrat zu gründen, ziemlich direkt auf die Straße setzen kann.
Aber
Mitbestimmung braucht es sowieso nicht mehr - genauso wie Gesundheit im
Betrieb. Um Menschen von einer Krankschreibung abzuhalten, wird die
telefonische Krankschreibung wieder abgeschafft, ab sofort muss ab dem
ersten Tag schon eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gelten. Und da
der Holzhammer schon herausgeholt wird, werden nicht nur die
Arbeiter*innen unter Generalverdacht gestellt, sondern gleich auch die
Ärzt*innen, denen Strafverfolgung gedroht wird, sollten sie "zu viel"
krank schreiben.
Die
Hoffnung dabei scheint auch: Wer mit besonders viel Stress (Angst vor
Arbeitslosigkeit, kein Kündigungsschutz wegen Dauerbefristung, keine
Krankschreibung) so lange arbeitet wie es die Rentenkommission wollte
und die Regierung jetzt umsetzen will, der*die braucht am Ende gar keine
Rente mehr. Denn es ist bekannt, dass genau solche Faktoren zu einem
Absinken der Lebenserwartung und zu einem deutlich schlechteren
Lebensstandard führen - das ist der Regierung ebenfalls bewusst, sie
opfert das Humankapital nur allzu bereitwillig.
Deshalb
gilt es, gegen diese Zumutungen zu demonstieren. Allerdings nicht in
der Erwartung, dass die Massen schon auf die Straßen strömen werden,
wenn man sich nur ausreichend beklagt. Vielmehr ist davon auszugehen,
dass die neoliberale Propaganda, die Faschisierung und die
Standortkonkurrenz eben nicht dazu führen werden, dass
man bruchlos an die Anti-Hartz-Massenproteste anknüpfen können wird,
wenn SPD und CDU/CSU jede Form eines sozialen Gemeinwesens killen. Die
Linkspartei sollte deshalb berücksichtigen, wer für Protest zu gewinnen
ist - und insbesondere mit angeblichen Arbeitszeitbetrüger*innen,
Erwerbslosen und anderen Unterdrückten eine gemeinsame Kampagne gegen
den Arbeitsfetisch, die nationalistische Konkurrenzlogik und die
Kahlschlagsregierung auf die Straße bringen!
.png)
Kommentare
Kommentar veröffentlichen